Energieaudit nach DIN EN 16247-1 in 60 Sekunden prüfen
Ermitteln Sie mit dem kostenlosen Energieaudit Rechner, ob Ihr Unternehmen auditpflichtig ist, wie hoch die Kosten liegen und welche BAFA Förderung Sie beanspruchen können. Datenbasiert, ohne Registrierung, sofortiges Ergebnis.
Ein Energieaudit ist eine systematische Untersuchung des Energieverbrauchs und der Energieflüsse eines Unternehmens mit dem Ziel, Einsparpotenziale zu identifizieren und wirtschaftlich zu bewerten. Die Methodennorm DIN EN 16247-1 definiert, wie ein Audit abläuft, welche Daten erhoben werden und wie der Bericht aufgebaut ist.
Im Gegensatz zu einer losen Energieberatung ist das Energieaudit dokumentationspflichtig und prüffähig. Für Nicht KMU ist es nach dem Energiedienstleistungsgesetz alle vier Jahre verpflichtend, für KMU ist es freiwillig und förderfähig.
Das Energieaudit folgt der Methodennorm DIN EN 16247-1. Jeder Schritt ist klar definiert und dokumentiert.
1
Einleitendes Gespräch
Ziele, Umfang und Grenzen werden definiert. Wer liefert welche Daten? Welche Standorte sind eingeschlossen?
2
Datenerhebung
Verbrauchsdaten der letzten zwölf Monate, Lastgänge, Anlagendokumentation und Rechnungen werden zusammengetragen.
3
Vor Ort Begehung
Anlagen, Prozesse, Gebäudehülle und Nutzungsmuster werden inspiziert und fotografisch dokumentiert.
4
Analyse
Energieflüsse werden modelliert, Einsparmaßnahmen bewertet und wirtschaftlich gerechnet (ROI, Amortisation).
5
Auditbericht
Prüffähiger Bericht nach DIN EN 16247-1 mit Management Summary, Maßnahmenkatalog und Amortisationsrechnung.
6
Abschlussgespräch
Ergebnisse werden präsentiert, Umsetzungsfahrplan priorisiert, BAFA Nachweis erstellt.
Ratgeber
Energieaudit im Detail: Ablauf, Kosten und Vorbereitung
Lesezeit
Alles Wesentliche zum Ablauf nach DIN EN 16247-1, zum Kostenrahmen und zur Vorbereitung, kompakt auf einer Seite. Für vertiefende Artikel verlinken die Abschnitte auf unsere ausführlichen Ratgeber.
Ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 folgt einem klaren Projektmuster. Wer Ablauf, Kosten und die nötige Datenbereitstellung vorab versteht, verkürzt die Projektzeit und vermeidet typische Nachforderungen. Diese Übersicht verdichtet die wichtigsten Fakten aus unseren detaillierten Ratgebern zu Ablauf, Kosten und Vorbereitung.
Zeitplan eines Energieaudits
Von der Auftragserteilung bis zur Übergabe des Berichts sind acht bis zwölf Wochen realistisch. Gut vorbereitete KMU schaffen ein Audit in sechs Wochen, Konzerne mit mehreren Werken benötigen bis zu vier Monate. Planen Sie mindestens zehn Monate Vorlauf vor einem Fristende ein, damit Messkampagnen und Urlaubszeiten absorbiert werden können.
Phase
Dauer
Interner Aufwand
1. Einleitender Kontakt
1 Woche
2 bis 4 Stunden
2. Auftakttreffen
1 Woche
3 bis 5 Stunden
3. Datenerhebung
2 bis 4 Wochen
8 bis 24 Stunden
4. Ortsbegehung
1 bis 5 Tage
Begleitung Technik
5. Analyse
2 bis 3 Wochen
Rückfragen klären
6. Bericht und Abschluss
1 bis 2 Wochen
3 bis 5 Stunden
Der interne Aufwand verteilt sich auf Energiebeauftragte, Facility Management, Produktionsleitung und Controlling. Die vollständige Aufgabenliste mit Zuständigkeiten finden Sie im Ablauf Ratgeber.
Die sechs Phasen im Detail
Die Norm DIN EN 16247-1 unterteilt jedes Audit in sechs verbindliche Phasen. Jede Phase hat ein eigenes Lieferobjekt und schließt mit einer dokumentierten Freigabe.
Phase 1, Einleitender Kontakt: Scope, Systemgrenzen und Auditziele werden schriftlich fixiert. Unklarer Scope ist der häufigste Grund für spätere Verzögerungen.
Phase 2, Auftakttreffen: Das Auditteam stellt den Ablaufplan vor, Begehungstermine werden konkret gesetzt, Zugänge organisiert.
Phase 3, Datenerhebung: Rechnungen, Lastgänge, Anlagenverzeichnisse und Produktionskennzahlen der letzten zwölf Monate werden in einer strukturierten Ablage zusammengeführt.
Phase 4, Ortsbegehung: Inspektion der signifikanten Energieverbraucher mit Fotodokumentation. Bei Bedarf mobile Messkampagnen an Druckluft, Kälte oder Wärmenetzen.
Phase 5, Analyse: Energieflüsse werden bilanziert, Maßnahmen quantifiziert mit Einsparmenge, CO₂ Reduktion, Invest, Amortisation.
Phase 6, Bericht und Abschluss: Der prüffähige Auditbericht mit Managementzusammenfassung wird persönlich übergeben. Innerhalb von zwei Monaten erfolgt die BAFA Online Erklärung.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Ein sauber aufgestelltes Projekt lebt davon, dass Rollen vor Start klar verteilt sind. Diese Besetzung hat sich in hunderten Projekten bewährt:
Projektsponsor: Geschäftsführung oder Finanzvorstand, stellt Ressourcen bereit und entscheidet über Maßnahmenumsetzung.
Single Point of Contact: Energiebeauftragter oder Facility Manager, koordiniert alle Anfragen des Auditors.
Fachreferenten: Technik, Produktion, IT, Controlling liefern spezifische Daten zu Anlagen, Prozessen und Kosten.
Externer Auditor: BAFA gelistet, führt methodisch durch alle Phasen und verantwortet den Bericht.
Auditteam: Bei Großunternehmen ergänzen Fachauditoren und Datenanalysten den Lead Auditor.
Stolperfallen vermeiden
Aus unserer Praxis kehren diese Projektrisiken am häufigsten wieder. Wer sie vor Start adressiert, spart Wochen an Projektzeit.
Verstreute Datenquellen: Lastgänge beim Versorger, Rechnungen beim Controlling, Anlagenlisten im Facility System, ohne konsolidierte Ablage verdoppeln sich Laufzeiten.
Fehlende Submeter: Nur Summenzähler zwingen zu mobilen Messungen. Vorher planen.
Urlaub bei Schlüsselpersonen: Sommerabwesenheit des Energiebeauftragten kostet oft vier Wochen.
Unklarer Scope: Scope Erweiterungen während des Audits führen zu Nachforderungen. Scope vor Start festzurren.
Falsche Erwartungen: Ein Audit ist eine Empfehlung, keine Investitionsentscheidung. Umsetzung bleibt beim Unternehmen.
Kurzempfehlung: Mindestens zehn Monate vor Fristende starten. Ein Single Point of Contact, eine zentrale Datenablage und ein verbindlicher Scope schrumpfen die Projektlaufzeit auf die untere Grenze.
Drei Preissegmente
In der Praxis bewegen sich Auditpreise nach DIN EN 16247-1 zwischen 2.500 Euro netto (kleiner Einzelbetrieb) und 18.000 Euro netto (komplexe Industrie mit Messkampagne). Je nach Unternehmensprofil sortieren wir Angebote in drei Segmente.
Kompakt
KMU, ein Standort, bis 500.000 kWh
2.500 bis 4.500 €
1 Begehungstag
Bericht DIN EN 16247-1
BAFA Förderung bis 80 %
Beliebt
Standard
Mittelstand, ein Standort, bis 2,5 GWh
5.500 bis 10.500 €
2 bis 3 Begehungstage
Tiefenanalyse signifikanter Verbraucher
Wirtschaftlichkeitsrechnung
BAFA Onlineerklärung inkl.
Enterprise
Industrie, mehrere Standorte, über 2,5 GWh
11.000 bis 18.000 €
Multi Standort Audit
Mobile Messtechnik inklusive
Umsetzungsbegleitung
Alle Werte netto vor Abzug der BAFA Förderung. Konzerne mit mehreren auditierten Standorten erhalten meist Multi Standort Rabatte auf Methodenplanung und Reporting.
Was die Kosten treibt
Ein seriöses Angebot kalkuliert acht bis zwölf Kostentreiber ein. Die wichtigsten:
Anzahl Standorte: Jeder weitere Standort erhöht Begehungszeit und Reisekosten.
Energieverbrauchsmenge: Indikator für die Komplexität der Verbraucherstruktur.
Signifikante Energieverbraucher: Anlagen über der 80 Prozent Schwelle erhöhen den Analyseaufwand.
Branchentiefe: Industrie oder Krankenhaus sind aufwendiger als reine Bürostandorte.
Datenqualität: Gute Submeter Struktur und saubere Rechnungsdaten sparen deutlich Aufwand.
Messkampagnen: Wochenlange mobile Messungen kosten separat.
Zeitdruck: Audits mit unter acht Wochen Vorlauf haben Eilzuschläge.
Reporting Detailtiefe: Ein Investment Grade Audit für Bankfinanzierung ist umfangreicher.
Preise nach Branche
Die Branche beeinflusst den Aufwand spürbar. Ein Bürostandort ist strukturell einfacher als eine Metallverarbeitung oder ein Krankenhaus.
Branche
Typische Spanne netto
Büro, Dienstleistung
3.500 bis 9.500 €
Handel, Filialnetz
4.500 bis 12.000 €
Hotel, Gastronomie
4.500 bis 13.000 €
Logistik, Kühllager
5.500 bis 14.000 €
Industrie, Produktion
6.500 bis 18.000 €
Krankenhaus, Pflege
8.500 bis 22.000 €
Krankenhäuser liegen am oberen Ende, weil Wärme, Kälte, RLT, Medizintechnik und Sterilisation parallel auditiert werden müssen. Branchenspezifische Einsparhebel je Sektor finden Sie im Branchen Ratgeber.
Tagessätze der Auditoren
Auditoren rechnen meist auf Basis von Tagessätzen oder pauschalen Leistungspaketen. Aktuelle Marktspannen:
Junior Auditor (unter 5 Jahre Erfahrung): 850 bis 1.050 Euro pro Tag
Auditor mit Branchenerfahrung: 1.050 bis 1.350 Euro pro Tag
Senior Auditor oder Spezialist (Kälte, Druckluft, Prozesswärme): 1.350 bis 1.800 Euro pro Tag
Lead Auditor für Multi Standort Projekte: 1.500 bis 2.000 Euro pro Tag
Das BAFA gibt im Modul Energieberatung Mittelstand eine förderfähige Tagessatzgrenze von 1.100 Euro vor. Oberhalb dieser Grenze bleibt der Mehrbetrag nicht förderfähig, kann jedoch steuerlich vollständig als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.
BAFA drückt den Nettoaufwand
Für KMU ist das Audit freiwillig. Die BAFA Förderung Modul 1 macht es wirtschaftlich hochattraktiv: bis zu 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten werden bezuschusst.
Jährliche Energiekosten bis 10.000 Euro: maximal 6.000 Euro Zuschuss
Jährliche Energiekosten über 10.000 Euro: maximal 8.000 Euro Zuschuss
Für Nicht KMU ist das Audit verpflichtend, aber in aller Regel nicht förderfähig. Investitionsmaßnahmen aus dem Audit werden jedoch über die Bundesförderung für Effiziente Gebäude Nichtwohngebäude oder die EEW Module 1 bis 6 unterstützt. Wer dauerhaft von der Auditpflicht befreit sein möchte, prüft den Umstieg auf ISO 50001.
Was der Auditor braucht
Ein strukturierter Start spart Wochen. Bevor der Auditor offiziell loslegt, sollten diese Punkte intern geklärt sein. Die vollständige Vorlage finden Sie in unserer Vorbereitungscheckliste.
Projektsponsor aus der Geschäftsführung benannt
Single Point of Contact festgelegt (Energiebeauftragter, Facility Manager)
Zeitfenster für Begehungen reserviert (zwei bis fünf Tage)
Bei BAFA Förderung: Antrag gestellt, Zuwendungsbescheid erhalten
Verbrauchsdaten bereitstellen
Die Datenqualität entscheidet über die Analysetiefe. Folgende Verbrauchsdaten sind essenziell und sollten in einer konsolidierten Ablage griffbereit sein:
Jahresrechnungen aller Energieträger der letzten 12 bis 24 Monate (Strom, Erdgas, Fernwärme, Heizöl, Diesel, Pellets, Fernkälte)
Monatsabrechnungen inklusive Leistungs- und Arbeitspreise
Lastgänge Strom im 15 Minuten Raster (via Stromversorger oder Messstellenbetreiber)
Zählernummern, MaLo ID und MeLo ID pro Zählpunkt
Übersicht der Haupt- und Unterzähler mit Messpunkten und Wandlerfaktoren
Druckluft, Dampferzeugung und Prozessgase, sofern relevant
Eigenerzeugung aus Photovoltaik, BHKW, Wärmepumpen mit Einspeise- und Eigenverbrauchsdaten
Bei Lastgangzählung über 100.000 kWh pro Jahr ist die Lastgangmessung Standard. Der Versorger liefert die 15 Minuten Werte auf Anforderung, meist kostenfrei.
Anlagen und Gebäudedaten
Für die Bewertung signifikanter Energieverbraucher benötigt der Auditor ein belastbares Anlagenverzeichnis und Gebäudekennzahlen. Die wichtigsten Positionen:
Anlagenverzeichnis mit Nennleistung, Baujahr, Hersteller, Wartungsintervallen
Typenschilder der Haupterzeuger (Kessel, Kältemaschinen, Transformatoren)
Wartungsprotokolle der letzten zwei Jahre
Dokumentation der Gebäudeleittechnik (GLT) und Regelstrategien
Gebäudedaten: Nutzflächen, Hüllflächen, Fensterflächen, Dämmstandard. Ein bestehender Energieausweis nach GEG bündelt diese Angaben in einem prüffähigen Dokument. Wer parallel die Bewertung des Immobilienportfolios aktualisieren möchte, koppelt energetische Sanierungslogik und Marktwert sauber zusammen. Eine Einordnung dazu, wie Energieeffizienz den Immobilienwert steigert, liefert ergänzende Zahlen für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.
Beleuchtungskonzept mit Leuchtmitteln, Schaltzonen, Präsenzsteuerung
RLT Anlagenübersicht mit Luftvolumenströmen und Rückwärmzahlen
Die Ortsbegehung ist das Herzstück des Audits. Eine sauber organisierte Begehung liefert die Erkenntnisse, die aus Daten allein nicht ableitbar sind. Diese Punkte sollten geklärt sein:
Terminplan mit Zeitslots pro Anlage und Begleitperson
Zutrittsberechtigungen für Hallen, Kellerräume, Dachflächen, Serverräume
Persönliche Schutzausrüstung nach Bereichsvorgaben
Sicherheitsunterweisung durch die Werkleitung
Zugang zu GLT Rechner, Leitwartenrechnern und SPS Panels
Fotografische Freigabe für kritische Bereiche geklärt
Messplan mit zulässigen Messpunkten für mobile Messtechnik
BAFA Nachweis nach dem Audit
Zwei Monate nach Abschluss des Audits müssen auditpflichtige Unternehmen die Online Erklärung im BAFA Portal abgeben. Halten Sie dafür folgende Unterlagen bereit:
Finaler Auditbericht als PDF, signiert
Unabhängigkeitserklärung des Auditors
Listennummer des Auditors beim BAFA
Datum der Schlussbesprechung
Kennzahlen des Unternehmens für die Onlineerklärung
Verbrauchsdaten in der vom BAFA vorgesehenen Form
Verzeichnis der signifikanten Energieverbraucher
Liste der identifizierten Maßnahmen inklusive Amortisation
Bei Förderung durch BAFA Modul 1 sind zusätzlich Rechnung, Zahlungsnachweis und ein Kurzbericht als Verwendungsnachweis einzureichen. Details und Fristen zur BAFA Förderung haben wir separat aufbereitet.
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Audit EDL-G
Energieaudit nach EDL-G für Nicht-KMU
Industriebetrieb 280 Mitarbeiter, Stromverbrauch 4.200 MWh/a. Pflicht-Energieaudit nach DIN EN 16247-1, Vor-Ort-Begehung an drei Standorten. Honorar ab 4.500 Euro, BAFA-Modul Energieberatung-Mittelstand-Förderung 80 Prozent.
Hotel-Audit
Energieaudit für Hotelbetrieb
Stadthotel 120 Zimmer, Gesamtenergiebedarf 1.800 MWh/a (Strom + Wärme). Audit mit Schwerpunkt Kälte, Beleuchtung und Gebäudehülle. Maßnahmenkatalog mit Amortisationsrechnung, Honorar ab 5.800 Euro.
EnMS-Einstieg
Energiemanagement-System ISO 50001
Mittelständischer Betrieb mit 6 Mio. kWh Stromverbrauch. Aufbau Energiemanagement nach ISO 50001 als Steuerentlastung Spitzenausgleich. Beratungspaket Initial-Audit plus Systemaufbau, Honorar ab 9.500 Euro.
Über den Autor
BU
Burak Uzun
Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln
Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Energieaudit nach DIN EN 16247-1, EDL-G und ISO 50001.
Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 9. Juni 2026.
KI und redaktionelle Prüfung
Recherche und Textentwurf werden durch KI-Werkzeuge unterstützt, jede Seite wird vor Veröffentlichung von Burak gegen die genannten Quellen geprüft. Zahlen, Paragrafen und Normen werden bei jeder Aktualisierung gegen die Originalquelle abgeglichen.
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Themenwelt
Alle Fragen rund um das Energieaudit
Tief ausgearbeitete Ratgeber zu den wichtigsten Aspekten. Ideal für Energieverantwortliche, Geschäftsführung und Controlling.
Branchenspezifische Beispiele mit typischen Einsparquoten, wie sie bei Energieaudits nach DIN EN 16247-1 regelmäßig identifiziert werden.
Metallverarbeitung
Druckluft und Wärmerückgewinnung
Ein mittelständischer Metallverarbeiter identifizierte durch die Analyse des Druckluftsystems ein Einsparpotenzial im zweistelligen Prozentbereich. Leckagen, überdimensionierte Kompressoren und fehlende Wärmerückgewinnung waren die Haupttreiber.
Verbrauch
4,2 GWh pro Jahr
Einsparquote
rund 12 Prozent
Klinikum
Kälteerzeugung und RLT
Bei einem Krankenhaus der Grundversorgung wurden die Regelstrategien der Raumlufttechnik angepasst sowie die Kälteerzeugung hydraulisch neu eingeregelt. Die Maßnahmen rechneten sich innerhalb weniger Jahre.
Verbrauch
8,6 GWh pro Jahr
Amortisation
unter 4 Jahre
Logistik
Hallenbeleuchtung und Kälte
Ein Logistikunternehmen tauschte im Rahmen der Umsetzung die Hallenbeleuchtung auf LED mit Präsenzsteuerung und optimierte die Sequenzen der Kältemaschinen. Ergebnis: deutliche Reduktion der Grundlast.
Verbrauch
2,1 GWh pro Jahr
Einsparquote
rund 18 Prozent
Hinweis: Die genannten Einsparquoten sind typische Größenordnungen, wie sie in der DENA Evaluation zu Energieaudits dokumentiert sind. Konkrete Werte ergeben sich immer aus der individuellen Analyse.
Bundesweit, branchenübergreifend, BAFA gelistet.
Ob Produktion in Bayern, Klinikum in Hamburg oder Dienstleister in Berlin: Wir entsenden BAFA gelistete Energieauditoren mit Branchenerfahrung direkt zu Ihnen vor Ort.
Alle Nicht KMU in Deutschland sind nach dem EDL-G verpflichtet. Das sind Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern oder Umsatz über 50 Mio. Euro kombiniert mit Bilanzsumme über 43 Mio. Euro. Ausgenommen sind Unternehmen mit zertifiziertem ISO 50001 System oder EMAS Validierung.
Wie oft muss das Audit wiederholt werden?
Spätestens alle vier Jahre ab dem Datum des letzten Auditberichts. Wir erinnern unsere Kunden rechtzeitig vor Fristablauf.
Was kostet ein Energieaudit?
Je nach Größe und Komplexität zwischen 2.500 und 18.000 Euro netto. KMU erhalten bis zu 80 Prozent Zuschuss aus dem BAFA Modul 1, gedeckelt auf 6.000 beziehungsweise 8.000 Euro.
Was passiert bei Nichteinhaltung der Pflicht?
Das BAFA kann Bußgelder bis 50.000 Euro verhängen. Bei wiederholten Verstößen können weitere aufsichtsrechtliche Maßnahmen folgen. Eine lückenhafte Dokumentation gilt bereits als Verstoß.
Reicht ISO 50001 als Alternative?
Ja. Ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder eine validierte EMAS Registrierung befreit vollständig von der Auditpflicht. Ab einem Endenergieverbrauch über 7,5 GWh ist ein solches System ohnehin verpflichtend.
Wer darf das Audit durchführen?
Nur Energieauditoren, die in der öffentlich geführten BAFA Liste eingetragen sind und die fachlichen Anforderungen nach § 8b Absatz 2 EDL-G erfüllen. Unsere Auditoren sind sämtlich gelistet.
Glossar
Wichtige Begriffe im Überblick
Schnellnachschlag zu Normen, Abkürzungen und Fachausdrücken aus dem Energieaudit Kontext.
Energieaudit
Systematische Erfassung und Bewertung des Energieeinsatzes eines Unternehmens nach DIN EN 16247-1.
DIN EN 16247-1
Europäische Methodennorm, die Anforderungen an Energieaudits definiert. Allgemeiner Teil einer vierteiligen Normreihe.
EDL-G
Energiedienstleistungsgesetz. Verpflichtet Nicht KMU in Deutschland zur regelmäßigen Durchführung von Energieaudits.
EnEfG
Energieeffizienzgesetz. Ergänzt seit 2023 das EDL-G um Pflichten zu Energie- und Umweltmanagement ab 7,5 GWh Jahresverbrauch.
KMU
Kleine und mittlere Unternehmen. Nach EU Definition unter 250 Mitarbeiter und unter 50 Mio. Euro Umsatz oder 43 Mio. Euro Bilanzsumme.
BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Zuständig für Fördermittel und Auditorenliste.
Auditor
Qualifizierter Energieauditor, bei der BAFA gelistet. Voraussetzung sind Studium und nachgewiesene Auditpraxis.
ISO 50001
International anerkannter Standard für Energiemanagementsysteme. Ersetzt die Energieauditpflicht nach EDL-G.
EMAS
Eco Management and Audit Scheme. Freiwilliges EU Instrument für betriebliches Umweltmanagement.
PDCA
Plan, Do, Check, Act. Kontinuierlicher Verbesserungszyklus und strukturelles Rückgrat der ISO 50001.
EnPI
Energy Performance Indicator. Kennzahl zur Bewertung der Energieleistung. Pflichtbestandteil der ISO 50001.
Baseline
Energetischer Ausgangswert (EnB). Referenzzeitraum zur Bewertung späterer Einsparmaßnahmen.
Primärenergie
Ursprüngliche Energiemenge vor Umwandlung. Wird mit Primärenergiefaktoren je Energieträger berechnet.
Endenergie
Energie, die beim Endverbraucher ankommt (Strom, Gas, Fernwärme, Kraftstoffe). Referenzgröße für die Auditpflicht.
Nutzenergie
Energieform, die tatsächlich genutzt wird (Wärme, Licht, Bewegung). Letzte Stufe nach der Endenergie.
kWh, MWh, GWh
Kilowattstunde, Megawattstunde, Gigawattstunde. Einheiten der elektrischen oder thermischen Arbeit.
Lastgang
Zeitreihe des Leistungsbezugs, in der Regel in 15 Minuten Intervallen. Basis der Verbrauchsanalyse.
RLM
Registrierende Leistungsmessung. Viertelstunden Messung bei Abnehmern über 100.000 kWh pro Jahr.
SLP
Standardlastprofil. Typisiertes Verbrauchsprofil für Kleinabnehmer ohne registrierende Messung.
Peak Shaving
Kappung von Lastspitzen durch Lastmanagement oder Speicher. Reduziert Netzentgelte bei RLM Abnehmern.
Signifikante Energieverbraucher
Anlagen und Prozesse, die mindestens 80 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs verursachen und vertieft untersucht werden.
Energieflussdiagramm
Sankey Diagramm, das Energieeinsatz, Umwandlung und Verluste visualisiert. Pflichtbestandteil des Berichts.
Maßnahmenplan
Katalog priorisierter Einsparmaßnahmen mit Investition, Einsparung, CO₂ Reduktion und Amortisation.
Amortisation
Zeitraum, nach dem sich eine Investition durch eingesparte Energiekosten refinanziert hat.
Wirtschaftlichkeit
Bewertung über statische oder dynamische Verfahren (Kapitalwert, interner Zinsfuß). Pflicht je Maßnahme.
Auditbericht
Abschlussdokument nach DIN EN 16247-1. Enthält Datenbasis, Analyse, Maßnahmen, Wirtschaftlichkeit und Managementzusammenfassung.
Stromsteuerentlastung
Entlastung für das Produzierende Gewerbe nach dem Stromsteuergesetz. Der frühere Spitzenausgleich ist Ende 2023 ausgelaufen. Details im Ratgeber Stromsteuer.
EEW
Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft. Investive Zuschüsse bis 50 Prozent.