Energieaudit nach DIN EN 16247-1

Energieaudit Industrie und Produktion

In Produktionsbetrieben verteilt sich der Energieeinsatz auf Prozesswärme, Druckluft, elektrische Antriebe und Querschnittstechnik. Genau diese Verbraucher nimmt ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 systematisch auf und ordnet sie nach Einsparpotenzial und Wirtschaftlichkeit.

Weil die meisten Industrieunternehmen keine KMU sind, ist das Audit nach EDL-G hier selten eine Kür, sondern Pflicht. Über 7,5 GWh tritt an seine Stelle das Managementsystem nach § 8 EnEfG. Der wirtschaftliche Hebel ist zugleich groß, weil schon Druckluft und Prozesswärme einen erheblichen Anteil am Verbrauch ausmachen.

Energieprofil der Branche

Die folgenden Kennzahlen zeigen, wo in der Industrie die Energie typischerweise anfällt.

KennzahlWertQuelle
Druckluftrund 14 TWh Strom im Jahr in DeutschlandFraunhofer ISI, Radgen, Querschnittstechnologie Druckluft
Prozesswärme am Endenergieverbrauchmehr als zwei DrittelAG Energiebilanzen, Anwendungsbilanzen 2022/2023 (Stand Oktober 2024)
Maschinen und Antriebe am Industriestromrund zwei Drittel (2024)Umweltbundesamt, Energieverbrauch und Energieeffizienz in Deutschland (2025)
Zement, spezifischer Stromverbrauch115,4 kWh/t (2023)VDZ Umweltdaten der deutschen Zementindustrie 2023

Warum das Energieaudit hier relevant ist

Für Industrie und Produktion greifen die Pflichten des EnEfG meist unmittelbar. Ab einem durchschnittlichen Gesamtendenergieverbrauch über 7,5 GWh im Jahr ist ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS aufzubauen. Über 2,5 GWh sind zusätzlich Umsetzungspläne für wirtschaftlich identifizierte Maßnahmen zu erstellen und zu veröffentlichen.

Unabhängig davon gilt für alle Nicht KMU die Auditpflicht nach EDL-G mit Wiederholung alle vier Jahre. Erst unterhalb von 500.000 kWh Gesamtverbrauch genügt eine vereinfachte Erfüllung.

Die größten Effizienzhebel

Die größten Effekte liefern in der Industrie erfahrungsgemäß diese Hebel.

HebelTypische Einsparung
Druckluft und Leckagesanierung20 bis 50 Prozent in der Drucklufterzeugung
Prozesswärme, Abwärmenutzung und Dämmungrund 30 Prozent
Pumpen und Antriebe mit Drehzahlregelung20 bis 30 Prozent

Beispiel aus der Praxis

Ein Produktionsbetrieb mit einem Jahresverbrauch oberhalb von 7,5 GWh ist nach § 8 EnEfG zum Aufbau eines Energiemanagementsystems verpflichtet, das dann von der Auditpflicht befreit. Im Audit fällt regelmäßig auf, dass ein großer Teil der Drucklufterzeugung über Leckagen verloren geht. Schon die Sanierung des Leitungsnetzes senkt den Druckluftbedarf spürbar, bevor in neue Verdichter investiert wird.

So läuft das Energieaudit ab

Im Energieaudit für Industrie und Produktion beginnt die Aufnahme bei den signifikanten Verbrauchern. In dieser Branche stehen Druckluft und Leckagesanierung, Prozesswärme, Abwärmenutzung und Dämmung sowie Pumpen und Antriebe mit Drehzahlregelung im Vordergrund. Nach DIN EN 16247-1 folgen Datenerhebung und Lastganganalyse, eine Begehung vor Ort, die Bewertung der Maßnahmen nach Wirtschaftlichkeit und ein Bericht mit priorisierten Empfehlungen.

Auf Wunsch begleiten wir die Umsetzung und die Beantragung der passenden Förderung. Ob Ihr Unternehmen verpflichtet ist oder freiwillig auditiert, klärt der Pflicht Check in wenigen Minuten.

Häufige Fragen

Ab welchem Verbrauch braucht ein Industriebetrieb ein Energieaudit?
Alle Nicht KMU sind nach EDL-G auditpflichtig, unabhängig vom Verbrauch. Liegt der Gesamtverbrauch unter 500.000 kWh im Jahr, genügt eine vereinfachte Erfüllung. Ab 2,5 GWh kommen Umsetzungspläne und ab 7,5 GWh ein Energiemanagementsystem hinzu.
Welcher Teil der DIN EN 16247 ist für die Produktion maßgeblich?
Teil 1 enthält die allgemeinen Anforderungen, Teil 3 betrifft Prozesse und ist für Produktion und Industrie besonders relevant, weil er den Energieeinsatz in Fertigungsabläufen abbildet.
Lohnt sich ein Energiemanagementsystem auch ohne Pflicht?
Häufig ja. Oberhalb von etwa 5 GWh deckt ein zertifiziertes System nach ISO 50001 die wiederkehrenden Auditpflichten effizient ab und schafft eine dauerhafte Datenbasis für weitere Maßnahmen.

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Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Energieaudit nach DIN EN 16247-1, EDL-G und ISO 50001.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 26. Oktober 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • EnEfG § 8 und § 9 Schwellen 7,5 und 2,5 GWh
  • EDL-G § 8 Auditpflicht für Nicht-KMU
  • DIN EN 16247-1 und Teil 3 Prozesse
  • AG Energiebilanzen und Umweltbundesamt, Anwendungsbilanzen
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 26. Oktober 2026. Frühere Stände sind über das Impressum nachfragbar.

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